Gastbeitrag

Als Gründerpate Chancen für Geflüchtete schaffen

Für Menschen mit Fluchthintergrund ist die Unternehmensgründung in Deutschland trotz vieler Bemühungen noch immer ein Weg voller Herausforderungen. Dabei ist das Potenzial für den Wirtschaftsstandort Deutschland gewaltig: Viele der Neuankömmlinge haben eine exzellente Ausbildung und stehen in den Startlöchern, als junge/r UnternehmerIn die Welt zu verändern. Um dieses Potenzial auch nutzen zu können, verbindet das Pilotprojekt „Start-Up Your Future“ erfahrene UnternehmerInnen und Studierende in Berlin und Brandenburg mit Geflüchteten. 

Als sogenannte Gründerpaten begleiten sie im Projekt Geflüchtete als MentorIn in die berufliche Selbstständigkeit. Denn klar ist: Ein Start-Up auf die Beine zu stellen ist für Geflüchtete durch die Hürden Bürokratie, Finanzierung und Sprachbarriere nicht immer einfach. Genau hier setzen die Wirtschaftsjunioren Deutschland mit „Start-Up Your Future“ an. Ehrenamtlich, individuell und zielgerichtet: Die Gründerpaten ermöglichen Geflüchteten die wirtschaftliche Selbstbestimmung und somit gesellschaftliche Teilhabe. Gründerpaten sind oft selber UnternehmerInnen, die den Gründungsprozess bereits kennen, doch auch für Studierende mit Gründungswissen und leitende Angestellte, die sich engagieren möchten, steht das Pilotprojekt offen.

Viele der teilnehmenden Geflüchteten waren in ihrer jeweiligen Heimat bereits Unternehmer/in und bringen die entsprechende Erfahrung schon mit. Manche benötigen zum Beispiel Unterstützung bei ihrem Businessplan; wieder andere möchten mit den Gründerpaten zuerst gemeinsam ihre grundlegende Geschäftsidee ausarbeiten und für den deutschen Markt anpassen. Damit die Vielfalt der Geschäftsmodelle und Menschen in dem Projekt auch entsprechend berücksichtigt werden kann, führen die Projektmitarbeiter für jedes Gründerpatenpaar ein Matching durch – so wird sichergestellt, dass die jeweiligen Vorstellungen der Projektinhalte auch zueinander passen und der Matchingprozess optimale Ergebnisse liefert. Das Matching basiert dabei nicht nur auf Faktoren wie der jeweiligen Branche, dem Wohn- oder Arbeitsort oder dem verfügbaren Zeitkontingent, sondern auch auf Soft-Skills, die im einem individuellen Erstgespräch mit den Teilnehmenden festgestellt werden.

Sind die Teilnehmenden dann ins Projekt gestartet, tauschen sie sich in regelmäßigen Treffen über die bevorstehende Gründung aus: Zunächst zum Beispiel über die Businessidee der GründerInnen im Allgemeinen; später kann dann zum Beispiel auch die Marktanalyse oder die Finanzierung im Vordergrund stehen. Die Geflüchteten profitieren dabei vom Wissen und dem Netzwerk der Gründerpaten, aber auch vom Netzwerk aller Projektteilnehmenden.

Das Projektteam der Wirtschaftsjunioren Deutschland organisiert regelmäßig Netzwerktreffen und Gelegenheiten zum informellen Austausch – auch für bereits etablierte UnternehmerInnen also eine interessante Möglichkeit, ihre Reichweite zu erhöhen. Im Austausch mit den Teilnehmenden wird schnell klar:

Die Geschäftsideen der angehenden GründerInnen sind so divers wie die Teilnehmenden insgesamt: Von Handel mit biologischen Kosmetikprodukten bis hin zu einer App für Smartwatches, die Herzattacken vorhersagt.  
Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten des Engagements bei „Start-Up Your Future“; zum Beispiel eine zweiwöchige Hospitation in den Unternehmen der Gründerpaten oder auch die klassische Mentorenschaft – bereits ab zwei Stunden in der Woche schaffen Gründerpaten so einen dauerhaften Impact für Geflüchtete, die in Deutschland gründen möchten. 

Wenn Du auch Gründerpate werden möchtest, kannst Du Dich auf www.startupyourfuture.de über die Projektdetails informieren und Dich auch direkt anmelden. Besuche uns auch auf Facebook!

Über den Autor: 
Ben Bügers ist Projektreferent bei „Start-Up Your Future“. Er ist dort für die Akquise der ehrenamtlichen Gründerpaten und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Pilotprojekt wird gefördert von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und von den Wirtschaftsjunioren Deutschland umgesetzt.