Erlebt der Einzelhandel seinen 2.Frühling durch Startups?

Das Betten- und Matratzen-Startup Brunobett aus Berlin setzte bisher nur auf den „Online“ Vertriebsweg ist . Doch nach einer Testphase mit einem Pop-Up Store hat sich das Startup entschlossen, den „umgekehrten Weg“ zu gehen und  in den stationären Handel einzusteigen. Hierzu starten zwei Kooperationen mit zwei jungen Berliner Läden. Wir haben nachgefragt:

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Warum steigt ein Online Startup wie Bruno Bett in den stationären Handel ein?

Mit unseren beiden Partnergeschäften wollen wir unser Produkt greifbar machen und dem Kunden ein direktes Kauferlebnis bieten. Das Bruno Boxspringbett kann aber ausschließlich online unter https://www.brunobett.de/boxspringbett bestellt werden. Damit können wir ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, da wir Kosten für ein eigenes Ladengeschäft, Nebenkosten und Personal einsparen. Dennoch gibt es viele Online-Interessenten, die sich vor einer Bestellung ein persönliches Bild vom Boxspringbett machen wollen. Schließlich stellt ein Boxspringbett das zentrale Element in einem Schlafzimmer dar. Hierfür sind die Kooperationen mit dem stationären Handel optimal. Wir profitieren von der guten „Offline-Beratung“ der Ladenbetreiber und die Stores freuen sich über neue Kundschaft.

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Was sind die Ziele und Erwartungen an diese Kooperationen?

Mit den Kooperationen wollen wir das Einkaufserlebnis unserer Online-Interessenten verbessern und erhoffen uns dadurch eine bessere Conversion-Rate, also die Umwandlung von Interessenten zu Käufern. Mit unseren beiden ersten Kooperationen in Berlin haben wir dazu schon viel positive Erfahrung machen dürfen. Die Erschließung neuer Kunden ist für beiden Parteien ein wesentlicher Bestandteil der Kooperation. Denn ein Kunde, der sich für ein neues Bett entscheidet kauft auch gerne die passende Vase für den Nachttisch.

 

 

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Welche Erkenntnisse aus dem Pop-Up Store fließen in die Kooperationen ein?

Mit unserem  Pop-Up Store in Berlin-Mitte haben wir viel über unsere eigentliche Zielgruppe und deren Bedürfnisse erfahren. Wir konnten somit unter anderem für die Kundenberater im Ladengeschäft einen umfassenden Fragen-Antwort-Katalog erstellen. Auch Erkenntnisse bezüglich Produktaufmachung und Einrichtung des Ladens sind in die Kooperationen miteingeflossen. Letztendlich war das positive Feedback unserer Kunden ausschlaggebend für stationäre Kooperationen.

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Warum ist Berlin hierfür ein so attraktiver Teststandort?

Natürlich ist die hohe Bevölkerungszahl und -dichte von Berlin optimal um mit wenigen Geschäften eine große potentielle Kundschaft zu erreichen. Mit zwei Kooperationen in Berlin-Mitte und Berlin-Charlottenburg sind wir gut aufgestellt um fast alle Berliner zu erreichen. Für größere Anschaffungen wie ein Boxspringbett sind die Kunden auch bereit, einen längeren Fahrweg auf sich zunehmen. Wir werden diese Kooperationen aber sukzessive auf rund 8 Städte in Deutschland ausbauen, um eine bessere regionale Abdeckung zu haben.

 

 

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Erlebt der stationäre Handel seinen 2. Frühling durch Startups?

 Ich könnte mir vorstellen, dass Kooperationen von Online-Startups für einige Geschäfte ein sinnvoller Weg ist um neue Kunden zu generieren. Wir kooperieren in Berlin-Mitte beispielsweise mit dem Einrichtungsgeschäft Polkra, das kleinere Einrichtungs- und Design-Gegenstände anbietet. Da wir unterschiedliche Produkte verkaufen, die aber trotzdem in der gleichen Themenwelt Wohnen & Schlafen angesiedelt sind, profitieren beide Seiten. 

Vielen Dank für das Interview an Geschäftsführer Andreas Bauer.