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Ein Farm-to-Table-Foodlabor mit vertikal angelegten Gärten, der Biergarten der Zukunft, authentische koreanische Küche made in Bochum, ein Catering-Service und Lokal in Hamburg, das geflüchteten Frauen eine wirtschaftliche Perspektive bietet, und ein nachhaltiges Konzept, in dem Geflüchtete und Beheimatete zusammen kochen – gestern Abend wurden die fünf Gewinner des Gastro-Gründerpreis 2017 auf der Berlin Food Night im Kaufhaus Jandorf in Berlin-Mitte gekürt. Fünf Gastro-Startups aus Berlin, Bochum, Hamburg und Köln setzten sich mit ihren Geschäftsideen unter 715 Teilnehmern durch. Die Jury um Billy Wagner und Cynthia Barcomi begeisterten in diesem Jahr vor allem Gründungskonzepte, die aktuelle gesellschaftsrelevante Themen mit gastronomischen Lösungsansätzen aufgreifen. Die Gewinner des Jahres 2017 spiegeln Themen wie Heimat, Rückkehr zu den Wurzeln und die Gastronomie als Ort des miteinander Lebens und Lernens wider. Sie setzen sie kulinarisch auf ansprechende Weise und mit ihrem Geschäftsmodell um: ob koreanisch oder orientalisch, regional oder handwerklich – alle fünf prämierten Konzepte kochen weit über den Tellerrand hinaus.

Jedem Gewinner steht ein eigener Mentor aus dem Kreis der Jury mit Rat und Tat zur Seite. Darunter Gastro-Persönlichkeiten wie Cynthia Barcomi, die Autorin und Queen of Baking, Billy Wagner, Inhaber des Speiselokals Nobelhart & Schmutzig, die Autorin und vegane Köchin Sophia Hoffman und der Berliner Szene-Gastronom Heinz ‚Cookie’ Gindullis. Zusätzlich erhält jeder Gewinner 5.000 Euro Anschubfinanzierung, eine professionelle Gründungsberatung, zahlreiche, für den Start unentbehrliche Sachpreise, sowie wertvolle Kontakte zu Experten und Branchenkennern. Jederzeit offene Ohren für Fragen und Probleme und andauernde Medienpräsenz ergänzen die Starthilfe des Gastro- Gründerpreises weit über die Preisverleihung hinaus.

DIE GEWINNER

GOOD BANK – innovativstes Konzept

Vom Beet direkt auf den Tisch – und das mitten in der Großstadt Berlin. Im weltweit ersten Vertical-Farm-Restaurant GOOD BANK werden die Nahrungsmittel, aus denen die Gerichte bestehen, direkt vor Ort angebaut: aus genfreiem Saatgut, ohne Pestizide, dafür aber reich an Vitaminen und Nährstoffen. Dabei nutzen die Gründer Ema Paulin und Leandro Vergani das Konzept der vertikalen Landwirtschaft, das eine tragfähige Landwirtschaft in mehrstöckigen Gebäuden in Städten ermöglichen soll. So entstehen im GOOD BANK extrem frische und sehr leckere Speisen.

 

BRLO BRWHOUSE – wirtschaftlichstes Konzept

Keine Schnapsidee: An einem feucht-fröhlichen Abend im Jahr 2014 entschieden die Studienfreunde Christian Laase und Katharina Kurz: „Wir brauen unser eigenes Bier.“ Zusammen mit Braumeister Michael Lembke setzten sie ihren Plan in die Tat um – erst als Wanderbrauer und seit 2017 im eigenen BRLO BRWHOUSE. Im angeschlossenen Restaurant serviert Chefkoch Ben Pommer perfekt auf die hauseigenen Biere abgestimmte Gemüsegerichte im außergewöhnlichen Ambiente. Brauerei und Restaurant sind in 38 Überseecontainern untergebracht – und komplett mobil.

Chickpeace – sozialstes Konzept

Wie können geflüchtete Frauen wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen? Diese Frage stellte sich die Hamburger Sozialarbeiterin Manuela Maurer und kam schnell auf ein Thema, das schon immer Menschen zusammenbringt: Kochen und Essen. Was mit Kochkursen für deutsche und geflüchtete Frauen begann, führte zu einem Catering-Service und ab Frühjahr 2018 zum festen Lokal im Hamburger Gängeviertel. Die beiden Gründerinnen Manuela Maurer und Olivia Beryt erschaffen ein Leuchtturmprojekt, um Frauen eine Perspektive zu geben, ihre eigene Familie zu ernähren.

 

ReFOODgees – nachhaltigstes Konzept

Essen verbindet Kulturen – unter diesem Motto veranstalten die ReFOODgees in Köln exklusive Dinnerabende und Kochkurse, sind auf Street-Food-Festivals präsent und bieten einen Catering-Service. Mit ihrer authentischen orientalischen Küche begeistern sie ihre Gäste und leisten einen aktiven Beitrag zur Integration von Flüchtlingen. Bei den reFOODgees kochen Migranten aus Syrien – gelernte Köche und Foodies. Mit Gesprächen, Musik und gegenseitigem Austausch geben die Initiatoren des Projekts – Christian Schmitt und Lena Breuer – den ReFOODgees, den Geflüchteten, ein Gesicht.

Kimbap Spot – authentischstes Konzept

Colourful, handmade, plantbased – mit diesen Worten fasst Gründerin Kyung-Ah Meiers das Konzept des Kimbap Spot zusammen. Ihre Liebe zur koreanischen pflanzlichen Küche weckte bei der Gründerin die Idee, ihre kunterbunten Köstlichkeiten erst auf Street-Food-Märkten und ab Oktober 2017 auch im eigenen Restaurant in Bochum anzubieten. Ihr farbenfrohes, handgemachtes koreanisches Soulfood begeistert nicht nur eine wachsende Fangemeinde, sondern auch die Jury des Gastro-Gründerpreis 2017.

 

DER GASTRO-GRÜNDERPREIS

Der Gastro-Gründerpreis prämiert seit 2014 die besten Gründungskonzepte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist der größte Gründerwettbewerb im deutschsprachigen Raum. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Konzepte wie Haferkater, Woop Woop Icecream, Restlos Glücklich oder Bone Brox. Die Gründungsinitiative wird veranstaltet von orderbird, dem führenden iPad-Kassensystem für die Gastronomie.

Foto: Robert Felgentreu