Let´s go Havanna III

Erste bleibende Spuren in Kuba!

Heute Morgen sind wir an der Rückseite des Capitolios (nicht ganz so prächtig wie von vorne) in ein angrenzendes Viertel gekommen. Vor Geschäften und Cafés standen zwar ein paar Leute, aber sie warteten vor verschlossenen Türen. Wir landeten dann doch wieder in der Pastelería Francesca neben dem Hotel Inglaterra. Die „Versprechungen“ des Reiseführers trafen diesmal zu. „Schmierlappen“meinte Tine, als sie ein paar Typen mit einem kubanischen Mädchen am Tisch sitzen sah.

Hier sahen wir auch die ersten Bettler. 

Tine und ich wurden nach dem Frühstück für eine Stunde mit einer Fahrradrikscha bzw. Bicitaxi durch Havanna kutschiert. Ähnlich meiner ChucChuc Tour durch Bangkok wurden gezielt Geschäfte angesteuert (Provisionskauf). Allerdings nach zweimaligen Ablehnen wurde die Tour normal fortgesetzt. Am Ende der Fahrt haben wir dem Fahrer ein gutes Trinkgeld gegeben. Vom Fahrer erfuhren wir, dass er das Gefährt selber für 3 CUC am Tag anmietet. Ein eigenes würde ihn 300 CUC kosten. 

Toiletten-Desaster

Nach 10 Minuten Fahrt gab es einen unerwarteten Halt und der Fahrer musste dringend auf die Toilette. Kehrte aber schnell zurück, da diese bereits belegt war und steuerte zielstrebig das „Haus der spanischen Familie“ an. Bei den beiden Stops bat er uns höflich auf sein Vehicle aufzupassen. Tine schloss sich dem jungen Mann an und suchte ebenfalls die Örtlichkeiten auf, schliesslich ist er Landsmann und kennt sich aus.

Nach dem schnellen Ausstieg aus der Rikscha ist Tine erstmal in den frisch geschütteten Beton getreten. Damit hat Tine erste bleibende Spuren auf Kuba hinterlassen. Die aufgesuchten Örtlichkeiten erinnerten an einen Pferdestall mit drei Schwingtüren. Der Blick dahinter lässt alle Fragen offen. Es gibt nichts ausser der Schüssel und einen Eimer daneben. Am Eingang stand eine Dame mit einer Rolle Toilettenpapier (optisch eher durchsichtige Streifen von Papier), die sie mit Argusaugen ständig bewacht hat. Nach der Ausgabe von drei hauchzarten Papierstreifen guckt sie Tine fragend an, weil sie mehr Papier haben wollte. Die Reinigungskraft signalisierte, dass es nicht mehr gibt. 

Das Desaster hinter der Schwingtür (zu wenig Papier) wurde mit jedem neuen Toiletten-Nachbarn erneut thematisiert und nach Papier nachgefragt. Abgesehen davon, dass die Toilettenspülung nicht funktionierte und das Wasser sich in der Schüssel bis oben hin staute, ein totales Desaster(Willkommen im Mittelalter), lief alles reibungslos.

Memo: Nicht nur an Reisepass, Visum und Auslandsreisekrankenversicherung denken!

Doch weiter im Text:

Tine hat trotzdem 1 CUC Trinkgeld gegeben, da sie mit Ihren Beton verschmutzen Schuhen den Boden völlig verdreckt hat und völlig verlegen versucht hat alles mit den vorhandenen Mitteln sauber zu hinterlassen. Die Reinigungsfrau zeigte sich auf einmal sehr dankbar. Das hätte man so einem öffentlichen Haus gar nicht zugetraut, das man mit solchen Situationen zurecht kommen muss.

Unser Rikschafahrer und ich waren sehr gelassen, während Tine erstmal alles verarbeiten musste. Inzwischen war es auch schon mittags und wir fuhren wieder zurück. Die Rikschatour endete am Central Park. Mein Vater wollte in der Zwischenzeit das Revolutionsmuseum besichtigen, aber hatte keine Chance da 100 Meter Schlange vor ihm waren, 11.00 Uhr! „Also verschoben auf Morgen“ dachte sich mein Vater. 

Wir fanden ihn völlig verschwitzt auf einer Parkbank.  Nachdem wir uns ausgetauscht und in der Hotellobby frisch gemacht haben, ging es direkt weiter.  Zum Abschluss von Havanna wollten wir uns noch eine Cabriotour in einem Oldtimer gönnen und haben dies mit einer Fahrt zur Calle 7 (Tines Grosseltern haben dort viele Jahre gelebt) über den  Malecon verbunden.

 

Die Oldtimer-Tour

Tine hatte – auch am Central Park- einen sympathischen Fahrer für unsere Tour ausgemacht. Bevor wir den Mann noch persönlich ansprechen konnten, hängte sich eine flotte Kubanerin da-zwischen. Nachdem sie uns mehrfach die übliche Rundtour für 50CUC, nach Verhandlung 40 CUC aufschwatzen wollte, konnten wir ihr durch langes Zureden klarmachen, das wir nur in die Calle 7 wollten. Wir haben die Verhandlung dann abgebrochen, da wir 40 CUC für eine Fahrzeit von ca 30 minuten für zuviel hielten, wo wir sonst für 40 CUC für 1 ganze Stunde die übliche Tour hätten machen können. Eine erneute Kontaktaufnahme mit einem anderen Fahrer rief dieselbe Ansprechpartnerin auf den Plan. 

Erfolg hatten wir 50 Meter weiter bei einem anderen Local Cabrio Dealer, der selbst zwar kein Auto hatte, aber eins vermitteln konnte. Witzigerweise war es genau das Fahrzeug, das wir zuvor schon in Augenschein genommen hatten und uns besonders gut gefiel. 

Da der Fahrer nur die Strecke der üblichen Standardtour kannte, musste der Dealer noch als Lotse mitfahren. Was sich für ihn aber als praktisch erwies, da er sich seine verlorene Fahrlizenz so unterwegs noch erneut ausstellen lassen konnte. Das von Tine gesuchte Haus konnten wir auf Anhieb nicht finden. Die Strasse erschliesst sich über mehrere Kilometer. Der Fahrer selbst hatte keinerlei Ortskenntnisse und bog kurz vor dem Ziel noch zweimal falsch ab, da der Lotse nicht aufgepasst hatte. Wir zahlten die vorher vereinbarten 35 CUC und alle waren zufrieden.

 

 

Von der Oldtimerfahrt und Wärme wollten wir uns in der Altstadt O Reily erfrischen, jedoch hätten wir die gewünschten Getränke( Wasser und Bier) nicht gemeinsam einnehmen können.

Alkoholika nur für die Gäste im 1.Stock. Was für ein Durcheinander. Unser 2. Versuch war nicht erfolgreicher. In dem Innenhof eines schmucken  Palais mussten wir erst einen tonnenschweren Stuhl beischleppen, um dann vergeblich auf die Bedienung zu warten. Eine Band machte unterdessen ordentlich Stimmung während andere Gäste und wir ungeduldig auf das Servicepersonal warteten. 

Der letztendliche Erfolg in einem 3. Restaurant im Künstlerviertel war für uns musikalische Banausen nicht ungetrübt, da hier endlos kubanische Klänge angestimmt wurden.

Das Viertel um die Gasse Mercaderes ist touristisch sehr überlaufen, dennoch hat es uns sehr gut gefallen, wegen der Mischung aus Museen, offenen Galerien, Cafés, Boutiquen und Mini Parks.

Auf dem Heimweg hatten wir das grosse Glück eine 5 Liter Flasche und mehrere 0,5 Liter Flaschen Wasser kaufen zu können. TrinkWasser ist hier knappes Gut. Merke auch hier gilt der Aldi-Slogan: Bitte bevorraten Sie sich rechtzeitig, manche Artikel nur kurzfristig im Programm.

 

Über den Dächern von Havanna

Vor uns liegt 1/2 Tag in Havanna, dann geht es 3 Wochen mit dem Mietwagen quer durch Kuba.

Neu hier?

Christine und Stefan schreiben einen ganz persönlichen Reiseblog über Ihren 4 wöchigen Kubaurlaub. 4 Tage Havanna, 3 Wochen mit dem Mietwagen durch Havanna, private Casas, etc.

Tag 1: Ankunft in Varadero

Tag 2: Havanna

Tag 3: Havanna

 

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