Personal Branding für Gründer: Storytelling ist ein mächtiges Instrument

Startups haben ein Problem: Sie brauchen viel Aufmerksamkeit, um sich auf dem Markt zu etablieren und konkurrenzfähig zu werden, haben aber häufig  nur ein geringes Budget für das Marketing. Das heißt: Sie müssen andere Wege gehen, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe für ihre Marke zu bekommen. Ein zweifellos guter Weg führt hier über eine kreative und breit angelegte Social Media Präsenz, die Startups dank organischer Reichweite ins Blickfeld der Nutzer katapultiert. 

Zusätzlich zu den vielfältigen Möglichkeiten, als Startup über Social Media Bekanntheit zu erlangen, sollte der Fokus von Gründern auch auf PR gerichtet sein, die ein positives Image und eine wirksame Reputation in der Öffentlichkeit zum Ziel hat. Sehr gut funktioniert das über Storytelling, das interessant und persönlich genug ist, um Redaktionen zur Berichterstattung zu bewegen. An dieser Stelle kommen die Gründer des jeweiligen Startups als Personen ins Spiel. Sie halten sich nicht länger im Hintergrund auf, sondern werden zu den Gesichtern ihrer Marke. 

Storytelling als essenzieller Bestandteil von Personal Branding   

Startup-Gründer sollten sich deshalb unbedingt mit Personal Branding beschäftigen, um ihre (Personen-)Marke nachhaltig zu etablieren. Als ganzheitlicher Prozess begriffen ist Personal Branding maßgebend für langfristigen Erfolg: Um sich von anderen Anbietern abzuheben und aus der Masse herauszustechen, gibt es keine bessere Strategie als auf den Persönlichkeitsfaktor zu setzen. Gründer müssen sowohl auf ihrer Website als auch mit eigenen Social-Media-Kanälen Gesicht zeigen – und sie sollten ihre persönliche Gründerstory verbreiten. Alle Menschen lieben Geschichten. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Wir müssen nur noch lernen, sie als Unternehmer für uns zu nutzen. 

Storytelling ermöglicht Identifikation – die MyMuesli-Gründer haben es gezeigt

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie gutes Storytelling funktioniert, lohnt ein Blick auf Erfolgsgeschichten anderer Gründer. Die Jungs von MyMuesli beispielsweise können seit der Gründung ihres Unternehmens 2007 auf eine musterhafte Unternehmensentwicklung zurückblicken. Das Geheimnis ihres Erfolgs beruht nicht zuletzt auf vorbildlichem Storytelling, über das sie einen guten Zugang zu Redaktionen bekommen haben. Mittlerweile haben die MyMuesli-Gründer ihre Geschichte sogar in ihrem lesenswerten Buch „Machen“ veröffentlicht. Dort bringen sie auf den Punkt, worauf es bei der Markenbildung durch persönliches Geschichtenerzählen ankommt: 

Sieh die Story als Kern deiner Marke. 
Ist die Story gut, entsteht Mundpropaganda – von allein.

Damit liegen die MyMuesli-Gründer goldrichtig. Geschichten sind nicht nur für Menschen gemacht, sondern stammen auch von Menschen. Genau darin liegt das Erfolgsgeheimnis guten Storytellings, das ich in meinem simplen, aber gehaltvollen Leitsatz zusammenfasse: Menschen folgen Menschen. 

Verstecken sich Gründer hinter dem Namen und Produkt ihres Startups, bleiben sie weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die Personen hinter dem Unternehmen sollten sich authentisch präsentieren und Geschichten erzählen, mit denen sich andere identifizieren können. 

 

Persönlichkeit macht sichtbar – 3 Tipps für Gründer 

Damit Menschen Menschen folgen, müssen sie sichtbar sein. Sichtbar wird man am besten über seine Persönlichkeit. Gründer sollten sich daher vor allem auf drei Dinge fokussieren, wenn sie Storytelling für ihr Personal Branding nutzen und sichtbar sein möchten:

1. Entwicklung der eigenen Gründerstory 

Eine Gründerstory schreibt sich nicht von selbst. Um aus einer Gründer-Historie eine individuelle und für Leser greifbare Story zu formen, müssen alle zusammenarbeiten. Am besten eignet sich hierzu ein gemeinsames Brainstorming aller Gründer eines Startups, bei dem die wichtigen Fragen diskutiert werden: Wie sah der Weg der Gründer bis jetzt aus? Welche Höhen und Tiefen gab es? Wie ist die Idee zum Gründen entstanden? Gibt es Anekdoten, die für die Gründerstory genutzt werden können? Durchsuchen alle Gründer gemeinsam ihre Historie und entwickeln so ihre eigene wahre Gründerstory, die sie greifbarer und nahbarer macht, ist die erste Hürde schon genommen. 

2. Social-Media-Präsenz

Gründer sollten unbedingt in Social Media präsent sein, um eine gute Reichweite zu generieren und so zum Markenbotschafter des eigenen Unternehmens zu werden. Auch hier macht Persönlichkeit den Unterschied. Posts, die persönliche Fotos aus Meetings etc. enthalten oder einen Einblick in die Gedankenwelt der Gründer zulassen, transportieren Menschlichkeit und sind damit einer der vielen Erfolgsfaktoren. 

3. Kontinuierliches Selbstmarketing durch Website und Blog 

Die Website ist das Aushängeschild des Startups. Hier sollten sich die Gründer  und das gesamte Team präsentieren und ihre Gründergeschichte erzählen. Das Non plus ultra ist und bleibt der gute alte Blog, in dem der Unternehmensprozess auf eine lockere Art und Weise dokumentiert wird. So kann die Zielgruppe am Prozess teilhaben und fühlt sich auf gewisse Art mit einbezogen. Auch hier ist der MyMuesli-Blog ein schönes Beispiel. 

Personal Branding und die eigene Gründerstory zu erzählen sind also mächtige Marketinginstrumente, die nicht zu unterschätzen sind. Gründer sollten sich daher keinesfalls hinter ihrem Startup verstecken, sondern ihm durch Persönlichkeit und Storytelling ein Gesicht verleihen, es sympathisch, nahbar und authentisch machen. 

Über den Autor

Julian Heck ist Strategiecoach für Positionierung & Selbstmarketing und begleitet Unternehmer auf ihrem Weg zur Marke. In 1:1-Coachings erarbeitet mit seinen Kunden eine messerscharfe Positionierung und eine ausgefeilte Selbstmarketing-Strategie, damit sie nachhaltig mehr Kunden gewinnen. Mit seinem Personal Branding Inner Circle hat er ein hochwertiges Mitgliederprogramm für Unternehmer, die er in einem exklusiven Kreis über E-Mails, Webinare, Experten-Talks, ein Magazin und mehr bei ihrem Markenaufbau unterstützt. In seinem Selbstmarketing-Podcast liefert er wertvolle Impulse rund um das Thema Personal Branding.