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Eine Brise Sommer nach dem Urlaub – wer möchte diesen Duft nicht noch ein bisschen festhalten. Bei Gerüchen und Düften ist es anders, als bei Foto- oder Videoaufnahmen, die jederzeit abgerufen werden können und Emotionen wecken.

Gibt es tatsächlich jemanden, der Düfte konservieren kann und wenn ja, wie geht das?

Eine 53-jährige Norwegerin hat in ihrem Wilmersdorfer Labor die Nase bei allen Geruchs-Wünschen ganz vorn. Der studierten Chemikerin ist in ihrem Labor dabei schier nichts unmöglich. Sie fängt die Stimmungen ein, schafft Geruchslandschaften und macht die Düfte erlebbar, die viele nur noch aus ihrer Kindheit kennen.

Alles fing damit an, als die Duftkünstlerin in ihren Kindheitstagen immer alles ganz genau wissen wollte. Alle Antworten konnten auch die Erwachsenen irgendwann nicht mehr liefern.

So studierte sie in Oxford, bekam ein Stipendium in Moskau und hatte sich dadurch die Voraussetzung geschaffen, alles Unsichtbare erforschen und ergründen zu können.

Heute arbeitet sie unter anderem mit der Weltraumbehörde NASA und dem Pariser Louvre zusammen. Der nächste Auftrag ist ein Geruchsplan des Londoner Buckingham Palace.

Dort hat sie die Düfte des Gebäudes eingefangen. Später werden die Besucher mit einer Duftkarte durch den Palast gehen, um nachzuempfinden, wo sich einmal antike Möbel mit ihrer eigenen Geschichte sowie Teppiche und Gemälde befanden.

Das Schöne ist, dass Sissel Toolas in Räume kommt, die für Aussenstehende nicht zugänglich sind. An Ihrem Arbeitsplatz gibt es einen kleinen blauen Kasten, der nicht viel größer ist, als eine Kinderhand. Mit dem “Headspace” untersucht die Geruchsexpertin die Geruchszusammensetzung. Zum Beispiel den Geruch eines Döner Kebab – so ungewöhnlich das klingen mag.

Mit dem ockerfarbenen “Headspace”-Schlauch saugt sie die Moleküle in kleine Untersuchungsröhrchen ein. Im Labor stellt sie dann die Art und Anzahl der entnommenen Moleküle fest.  Diese werden solange gemischt, bis am Ende der untersuchte Geruch entsteht. “Die synthetische Herstellung von Düften ist ursprünglich Sache der Warenindustrie,” sagt sie.

Der Geruch in einem neuen Auto, die Düfte von Süßigkeiten, von Parfums, Deos und Seifen: All das wird zur Verkaufsförderung künstlich erzeugt. Das heutige Berlin rekonstruierte sie in Gras-Linden- und Spreearomen. Beide Gerüche sind auch auf Seiten des Bildbandes “DDR limitiert” aufgetragen, indem die norwegische Immobiliengruppe Skjervengroup ihre Wohnungen am Strausbeger Platz  darstellt.

Der Bildband liegt in der jüngst eröffneten Galerie Central – www.centralberlin.de/ – aus, die seit dem März 2015 am Strausberger Platz Besucher einlädt, die frühere DDR-Atmosphäre zu erleben, die die damalige Wohnkultur widerspiegelt und die anhand von Living-Room Konstellationen in drei verschiedenen Raumboxen den Besuchern die Möglichkeit gibt, neben Originalen und hochwertigen Möbeln die Geschichte zu erleben.

Wenn das nicht dufte ist. Schaut doch mal vorbei!

Weitergehende Links:

Interview mit Sissel Toolas

Wie riecht München?

Wie riecht der Erste Weltkrieg?

Bis nächste Woche.

Eure Christine

P.S. Wenn Euch etwas auf der Seele brennt, schreibt mir eine Mail.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der gesamten Redaktion wieder.
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