Was macht ein junges Unternehmen, das erfolgreich gestartet ist, ein gutes Produkt gelauncht und erste wichtige Kunden gewonnen hat? Um den Erfolg weiter auszubauen, braucht es mehr Geld, doch ausreichend Gewinne fährt es noch nicht ein. Es kann sich neue Investoren suchen – oder Fördermittel beantragen.

Vor dieser Herausforderung stand Contentful, der Anbieter eines API-basierten Content-Management-Systems, im Jahr 2014. Nach einem erfolgreichen Eintritt in den Markt hatte das Unternehmen bereits einige größere Kunden gewonnen. Selbst im Ausland, unter anderem in den USA, stieß das technologisch hochinnovative Produkt auf Interesse. Es war also entscheidend für den weiteren Erfolg des Unternehmens, dass das Produkt weiterentwickelt und die Erwartungen der Kunden übertroffen wurden. Dafür fehlten dem jungen Unternehmen allerdings die Ressourcen. Contentful entschied sich für einen Fördermittelantrag. Mit Erfolg: Insgesamt 1,3 Millionen Euro erhielt das Unternehmen aus dem Pro FIT-Programm der Investitionsbank Berlin.

Das Programm richtet sich an Unternehmen, die innovative Technologieprojekte entwickeln und fördert diese in allen Phasen des Prozesses, von der Forschung und Entwicklung über den Produktionsaufbau bis hin zur Markteinführung. Unterstützt werden Vorhaben mit einem hohen Innovationsgrad, die von den Unternehmen mit eigenen Ressourcen durchgeführt werden sollen. Bis zu 80 Prozent der Projektausgaben lassen sich so durch Zuschüsse und zinsverbilligte Darlehen finanzieren.

Fördermittelanträge sind aufwändig – aber die Mühe lohnt sich

Die Komplexität des Beantragungsprozesses lässt viele kleine und mittelständische Unternehmen davor zurückschrecken, öffentliche Fördermittel in Erwägung zu ziehen. Eine Sorge ist, dass die ohnehin knappen Ressourcen nun auch noch für die sehr aufwändige Beschäftigung mit dem Fördermittelprogramm eingesetzt werden müssen. Contentful hat sich aus diesem Grund die Berliner Fördermittelberatung förderbar zur Unterstützung geholt. So konnten sie sich aktiv mit der technischen Seite des Projekts befassen, während die Fördermittelberatung sich um die bürokratische Abwicklung kümmerte.

In einem gemeinsamen Workshop wurde geklärt, welche Projekte überhaupt Chance auf Förderung hatten und welche Schritte notwendig waren, um Contentfuls Stellung am Markt zu festigen und auszubauen. Ein Projektplan wurde erstellt und überprüft, der Zeitplan festgesetzt und die erforderliche Fördersumme für die benötigten Zeit- und Personalressourcen errechnet. So konnte das Förderprojekt schließlich in sieben technische und zwei weitere Abschnitte für Marketing und Vertrieb aufgeschlüsselt werden. Herauskam ein sehr umfangreiches Antragsformular mit den Arbeitspaketen, einer Darstellung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens und einer ausführlichen Planung der Umsätze und Erfolge.Für Contentful hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt: Das Unternehmen konnte dank der Fördergelder in seine Entwicklungsorganisation investieren, die eigenen Engineering-Ressourcen ausbauen und sein Produkt weiter verbessern. Die Erwartungen der bestehenden Kunden konnten erfüllt und neue Kunden gewonnen werden. Am Ende der Förderphase war das Unternehmen wirtschaftlich sogar deutlich erfolgreicher als erwartet. Im Mai 2016 schließlich konnte Contentful in einer weiteren Finanzierungsrunde einen wichtigen US-Investor an Bord holen.

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Chris Schagen, Chief Marketing Officer