Startups der Provinz: auf den Spuren der Weltmarktführer

Startups der Provinz: auf den Spuren der Weltmarktführer

Gastbeitrag

Startups der Provinz:
Auf den Spuren der Weltmarktführer

Es muss nicht immer Berlin sein:

Für viele Startups ist die Provinz der bessere Standort als die pulsierenden City. Telekom Startup-Expertin Miriam Mertens weiß, warum.

 

Beim Stichwort Startups denken viele gleich an Berlin. Eine Millionenstadt, in der alles möglich und vieles zum Greifen nah scheint – auch das Unternehmerglück für Gründer. Dabei ist die bundesdeutsche Hauptstadt gar nicht der allein seligmachende Platz für Startups, für den sie viele halten. Das zeigt unter anderem der KPMG-Start-up-Monitor 2016: In Berlin werden zwar mit 17 % tatsächlich die meisten Unternehmen gegründet. Die übrigen Startups verteilen sich über das ganze Land; etwa in der Metropol-Region Rhein-Ruhr (14,1 %), Stuttgart/Karlsruhe (8,9 %), München (7 %) und Hamburg (6,4 %). „Die Gründer-Hotspots außerhalb Berlins werden immer aktiver“, bilanzieren der Bundesverband Deutsche Startups e.V. (BVDS) und die Unternehmensberatung KPMG in ihrer Untersuchung. 

Wie fruchtbar für Gründer die Entscheidung für einen Standort in der vermeintlichen Provinz jenseits großer Städte sein kann, zeigt unter anderem die Verteilung der erfolgreichsten Unternehmen: 70 Prozent der deutschen Weltmarktführer sitzen dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Darunter viele so genannten Hidden Champions – international erfolgreiche Unternehmen, die außerhalb ihrer Branche kaum jemand kennt. Wie zum Beispiel der Baumaterial-Produzent Sto, der jedes Jahr weit über eine Milliarde Euro Umsatz erwirtschaftet. Sitz der Unternehmenszentrale: Stühlingen, 5.000 Einwohner. Oder Würth, weltweit tätiger Handelskonzern für Befestigungs– und Montagematerial sowie Werkzeuge, der seinem Gründungsort Künzelsau bis heute treu geblieben ist. 

Erfolg im zweiten Anlauf

Wie auch Startups in der Pampa erfolgreich werden, zeigt das Beispiel BioVariance aus Waldsassen in der Oberpfalz. Gründer Josef Scheiber hat sich auf die Analyse biomedizinischer Daten spezialisiert. Mit seiner Geschäftsidee zog es ihn – nach einem gescheiterten Anlauf in München – zurück in die nordostbayerische Heimat. Hohe Mieten und ein abgegraster Fachkräftemarkt machten dem Entrepreneur klar: Sein Erfolgsweg führt zurück in die Provinz. Die Erklärung leuchtet ein: In unmittelbarer Umgebung gibt es eine EDV-Schule und zwei Fachhochschulen für Informatik. Die Abgänger sind hoch qualifiziert und in der Region verwurzelt. Und deren Wissen und Loyalität sind in Metropolen wie München ebenso rar wie unbezahlbar wie geeignete Büros. 

 

 

Telekom Startup-Expertin Miriam Mertens

Außerdem hilft das lokale Netzwerk: In der Heimat hat man die Kontakte, die es anderswo aufwändig zu knüpfen gilt, gegebenenfalls schon seit der Kindheit – vom Bankberater über den Lokalpolitiker bis zum potenziellen Kooperationspartner. 

Kontakte wichtiger als Standort

Ähnlich erging es Stefan Soehnle und Sebastian Klenk, Gründer von 5Analytics. Das Startup entwickelt Software, die künstliche Intelligenz in Unternehmensprozesse integriert. Zum Beispiel für die vorausschauende Wartung, zur aktiven Prozessteuerung oder dynamisches Preismanagement. Ihr Büro liegt in in Köngen, einem Örtchen mit knapp 10.000 Einwohnern nahe Esslingen. Hauptgrund für ihre Standortwahl: Soehnle und Klenk haben im 25 Kilometer entfernten Stuttgart studiert, wo sie bis heute über gute Kontakte verfügen. 

Wie wichtig ein gewachsenes Netzwerk ist, kann auch BioVariance-Gründer Scheiber bestätigen. Er hat über seine Entscheidung für die Provinz letztlich die Basis für seinen nächsten Entwicklungsschritt geschaffen. Und den Erfolg in der Pampa als Sprungbrett für die Expansion in die Großstadt genutzt: Seit kurzem ist BioVariance auch mit einem Büro in München vertreten. 

BioVariance und 5Analytics: Nur zwei von unzähligen Geschichten, die die Startup-Community gerade fernab jeder Metropole schreibt. Ich bin davon überzeugt, dass Startups grundsätzlich die Möglichkeit haben, es den Hidden Champions gleichzutun, die von der grünen Wiese aus die ganze Welt eroberten. Mit einer guten Idee, den richtigen Kontakten und einem Partner wie der Telekom an ihrer Seite. 

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Stefan Kny

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