StartKommentarDie Zukunft der Kapitalmärkte: Demokratisierung von Privatanlegern

Die Zukunft der Kapitalmärkte: Demokratisierung von Privatanlegern

Ein aktueller Kommentar von Nicky Maan, CEO bei Spectrum Markets, zu den Kapitalmärkten.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die globalen Kapitalmärkte enorm verändert. Es gab bedeutende technologische Fortschritte und eine radikale Überarbeitung der Regulierung, sowohl im Hinblick auf die Gesamtheit der neuen Anforderungen als auch auf deren Durchsetzung. Die Covid-19-Pandemie wird häufig als Erklärung für das beträchtliche Wachstum von Privatanlegern genannt. Obwohl sie sicherlich eine beschleunigende Wirkung hatte, ist sie nicht der alleinige Grund für die verstärkte Beteiligung von Privatanlegern an den Kapitalmärkten. Vielmehr handelt es sich um eine Entwicklung, die schon seit einiger Zeit im Gange ist, wobei die Digitalisierung eine Schlüsselrolle spielt, da sie den heutigen, noch nie dagewesenen Zugang, den Privatanleger heute genießen, ermöglicht.

Der Aufstieg moderner, benutzerfreundlicher Apps hat es für Privatpersonen einfacher denn je gemacht, sich am Börsenhandel zu beteiligen. Gleichzeitig hat sich der Kenntnisstand der Privatanleger dank eines höheren Bildungsniveaus im Finanzbereich und einer wesentlich anspruchsvolleren Einstellung erheblich verbessert. Sie verstehen die allgemeinen Marktmechanismen viel besser und suchen nach einer breiten Palette von Handelsfunktionen, die früher professionellen Händlern vorbehalten waren. Dies gilt auch für anspruchsvollere Anlageprodukte, wie verbriefte Derivate.

Gestiegene Vermögenswerte

Die wachsende Klasse der Privatanleger ist heterogen, mit unterschiedlichen Motivationen, Investitionsgewohnheiten und finanziellen Zielen: Durch die Teilnahme an den Kapitalmärkten können sie ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen, nicht nur um ihren Ruhestand und ihre langfristige finanzielle Stabilität zu sichern, sondern auch um ihren sozioökonomischen Status zu verbessern. Privatanleger auf der ganzen Welt sind in den letzten Jahrzehnten in Scharen zu den Finanzmärkten geströmt, da der Wert der Vermögenswerte tendenziell gestiegen ist und die Möglichkeit, Vermögen zu vermehren, einer breiteren Bevölkerung zugänglich gemacht worden ist. Neue Unternehmen nutzen verbesserte Technologien, innovative Plattformen und Dienstleistungen sowie Produkte, um den Zugang zu erweitern.

In diesem Zusammenhang ist es wichtiger denn je, das Engagement der Privatanleger und deren Vertrauen in die Kapitalmärkte aufrechtzuerhalten. Die Notwendigkeit, den Anforderungen dieser Anleger gerecht zu werden, treibt Innovationen und die Entwicklung von Anlagelösungen voran, die allen zugutekommen. Die Auswirkungen dieses Trends – der auch als Demokratisierung des Investierens bezeichnet wird – werden von der Branche nicht länger ignoriert.

Lücken beim Anlegerschutz

Während dieser Wandel eine neue Ära der finanziellen Unabhängigkeit und Stabilität einleitet, bringt er auch neue Herausforderungen mit sich, die angegangen werden müssen. Darüber hinaus gibt es trotz aller bedeutenden Fortschritte immer noch Lücken beim Anlegerschutz, bei der Verlässlichkeit von Informationen, bei der Personalisierung und bei der Finanzkompetenz, die Privatanleger daran hindern, die Vorteile der Kapitalmärkte in vollem Umfang zu nutzen. Um das Potenzial von Privatanlegern voll auszuschöpfen, muss die Branche ein verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Ökosystem aufbauen, das Technologie und Innovation nutzt, um diese Herausforderungen zu bewältigen und Privatanlegern die Instrumente an die Hand zu geben, die sie benötigen, um ihre finanziellen Ziele zu erreichen.

Um die Auswirkungen und Lösungen für ein verantwortungsvolleres Ökosystem für Privatanleger besser zu verstehen, sind Zugang, Bildung und Vertrauen die entscheidenden Komponenten. Zunächst einmal brauchen Privatanleger Zugang zu Anlagelösungen, die ergebnisorientiert und leicht zugänglich sind. Alternative Anlagen, wie z. B. private Produkte, sollten zur Verfügung gestellt werden, jedoch mit dem Schwerpunkt auf Verantwortung und soliden Finanzpraktiken. Zweitens muss die Bildung mit der finanziellen Situation und der Investitions- und Ruhestandsplanung verknüpft werden und praktische, umsetzbare Informationen liefern.

Unternehmen und politische Entscheidungsträger müssen die Finanzbildung so angehen, dass sie bei Privatanlegern auf Resonanz stößt, um ihnen ein allgemeines Verständnis dafür zu vermitteln, warum und wie sie investieren sollten. Schließlich ist Vertrauen auf den Kapitalmärkten von größter Bedeutung und die Branche muss gemeinsam daran arbeiten, dieses Vertrauen aufzubauen und aufrecht zu halten, indem sie Zugang zu verlässlichen Informationen bietet und in Bezug auf Leistung, Datenverletzungen und Gebühren transparent ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kapitalmärkte einen grundlegenden Wandel durchlaufen, der eine schnelle und proaktive Anpassung des Finanzsektors erfordert. Privatanleger sind die treibende Kraft dieses Wandels und es ist für die Branche von entscheidender Bedeutung, diese Menschen besser zu betreuen und zu unterstützen, indem sie die Technologie nutzt, um die Kluft zu überbrücken und ihnen die Instrumente an die Hand zu geben, die sie benötigen, um ihre finanziellen Ziele zu erreichen.

Die Zukunft der Kapitalmärkte: Demokratisierung von Privatanlegern

Foto von Nicky Maan (Quelle: Spectrum Markets)

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Ohne Blau kein Grün

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