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„German Lab“ und „Gateway to Market“ planen internationale Kooperation

Die Wirtschaftsförderungen der Hauptstadt Berlin und der Hansestadt Hamburg planen, international gemeinsam für ihre Standorte zu werben, verbunden mit dem Ziel, gemeinsam Gründer und Ideen zur Digitalisierung der deutschen Wirtschaft zu gewinnen. Voneinander unabhängige Hamburger Quellen bestätigten gegenüber unserem Partnermedium HANSEVALLEY entsprechende Pläne. Laut gut unterrichteten Kreisen sind die Verhandlungen zwischen den Vertretern beider Städte in einem fortgeschrittenem Stadium.

Hamburger Rathaus

Hamburger Rathaus Foto: HANSEVALLEY

Sollten die Pläne erfolgreich umgesetzt werden, könnte Berlin u. a. seine internationale Präsenz auf der TEP Conference in New York und sein Engagement in Tel Aviv einbringen, Hamburg seine starke Vernetzung des Reeperbahn-Festivals mit der SXSW in Austin. Wie HANSEVALLEY exklusiv berichtet, könnten die Gründermetropole als „German Lab“ und die Wirtschaftsmetropole als „Gateway to Market“ umfassend voneinander profitieren. So könnten internationale Startups in Berlin Prototypen entwickeln und testen und diese anschließend in Hamburger Branchen – wie Hafen, Logistik, Handel, Gesundheit, Medien oder erneuerbare Energien – einsetzen.

Der Coup könnte die Forderungen der Parteien im jüngsten Berliner Wahlkampf ebenso überflüssig machen, wie die aktuelle Kritik der Hamburger FDP am rot-grünen Senat der Hansestadt. Als Erfolg versprechendes Beispiel gilt die Entwicklung einer intelligenten Laternensteuerung des „openBerlin“-Innovation-Centers von Cisco – zusammen mit der TU Berlin. Die fertige Lösung soll im Hamburger Hafen eingesetzt werden. Hamburger Kreise nennen die neue Zusammenarbeit zwischen der Spree- und der Elbmetropole einen „hanseatischen Weg“, der die Potenziale internationaler Gründer für beide Standorte intelligent erschließen würde.

Rotes Rathaus

Das Rote Rathaus in Berlin
Foto: visitBerlin, Wolfgang Scholvien

Bislang standen sich die Städte in Sachen Wirtschaftsförderung kritisch gegenüber: In Hamburger Kreisen gilt das Abwerben von „Universal Music“ durch die Berliner Wirtschaftspolitik als unfreundlicher Akt, dazu kommen die Entscheidungen von Axel Springer und DPA, größere Teile ihres operativen Geschäfts, wie die Zentralredaktionen der „Welt“ und der Nachrichtenagentur, ins alte Berliner Zeitungsviertel zu verlegen. Im Gegenzug konnte Hamburg jedoch Airbnb, Facebook, Google, Twitter und Yelp für ihre Deutschlandszentralen gewinnen. Allein bei Google arbeiten heute in Hamburg mehr als 500 Mitarbeiter.

Mit der Kooperation zwischen der armen Hauptstadt und der reichen Hansestadt könnte in mehrfacher Hinsicht ein interessantes Experiment gelingen: Die Berliner Politik gilt in weiten Kreisen als „provinziell und unverbindlich“. Dagegen punktet die Hamburger Wirtschaft mit langfristiger Sicht und Verlässlichkeit. Frisch gegründete Startups könnten sich „early stage“ in Berlin ausprobieren und anschließend „later stage“ in Hamburg erfolgreich Geschäft entwickeln. Kurzfristig würde Berlin mit seiner internationalen Sogwirkung punkten, langfristig Hamburg mit seiner starken Wirtschaft inkl. internationalem Anschluss.

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Der Originalbeitrag unseres Partnermediums HANSEVALLEY ist hier zu finden.

 

 

 

 

 

 

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