Event-Nachlese

Milliarden-Zukünfte

Wer bei Zukunftsforschung an das fliegende Auto denkt, der war am 11. Januar genau richtig, in der Sredzki44 , dem Musterhaus des Genossenschaftsprojektes Generationenwohnen der Selbstbau e.G. (www.selbstbau-eg.de/projekte/sredzkistrasse-44).

Beim Peer2Peer Treffen der Berliner Zukunftsforschung bei der Advanced Foresight Group (www.advanced-foresight.com) standen folgende Themen auf dem Programm:

Milliardenschäden: die Zukunft der Kriminalität

Die Städte der Zukunft, in denen mehr als 5 Milliarden Menschen leben

Über eine Milliarde Kapital für individual air mobility

Milliarden Endgeräte: Industrie 4.0 analog erleben

Bernhard Albert, Gründer und Inhaber von Foresight Solutions (www.foresight-solutions.com), berichtete von einem Projekt zur Zukunft der Kriminalität in urbanen Räumen, das er gemeinsam mit dem Software Plattformanbieter qedcon GmbH (www.qedcon.de) für das Kuratorium sicheres Österreich (KSÖ) durchgeführt hat. Ausgehend von globalen Megatrends und einer Analyse gesellschaftlicher Strömungen wurden die Trends identifiziert, deren Bedeutung in der Stadt von Morgen zunimmt. Veränderungen gibt es beispielsweise in der Alterskriminalität, der High-Tech Kriminalität und der kulturell motivierten Kriminalität. „Vorbereitende Maßnahmen, die von er Überwachung bis zur Prävention reichen können, sind von Politik, Bürgern und Sicherheitskräften zu entwickeln“, so Albert.

Stefan Niederhafner, Gründer und Inhaber von sudeco (www.sudeco.eu), näherte sich der Zukunft mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Resilienz. In einem Forschungsprojekt und für das Umweltbundesamt betrachtet er die Auswirkungen des Klimawandels auf die Zukunft der Städte und ihre Bewohner. Extreme Hitze und extreme Niederschläge werden zu Bedrohungen, die  kommuniziert und bedacht werden. „Greift man sie angemessen in der Stadtplanung und den gebauten Strukturen auf lässt sich der Wandel besser beherrschen, dafür bedarf es eines intensiven Austauschs aller Akteure“, so Niederhafner. 

 

K. Christoph Keller, Gründer und Inhaber von aveniture (www.aveniture.com), dem Ingenieurbüro für Zukunftsforschung, stellte Ergebnisse einer Zukunftsanalyse zur ‚individual air mobility‘ vor. Über eine Milliarde an Kapital ist bereits in die Branche geflossen, zu der in Deutschland so berühmte Startups wie Lilium und Volocopter gehören. „Unser Kunde ist zwar kein Startup mehr, doch mit unserer Hilfe entsteht dort aktuell eine hoch innovative Problemlösung für einen Markt, den wir durch Foresight vor allen anderen beschrieben haben“, so Keller.

 

Andrè Winzer und Verena Bischoff von Schaltzeit (www.schaltzeit.com) stellten das analoge Spiel für die digitale Zukunft der Fabrik vor. Akteure 4.0 ist ein Lernspiel, mit dem Zusammenhänge und Nutzen von Digitalisierung am Beispiel einer Schuhfabrik in wenigen Stunden greifbar werden. „Indem die Mitspieler die Fabrik retten und zukunftsfähig machen, lernen sie, dass eine erfolgreiche Digitalisierung neben der Technik auch den Menschen braucht“, berichtet Bischoff. Das Internet der Dinge wird Milliarden von Geräten enthalten. Es kommt darauf an, was Unternehmen daraus machen. Schaltzeit hat das Spiel mit führenden Unternehmen aus der Industrie 4.0 und dem Fraunhofer-Institut entwickelt. „Wichtig ist, dass das Spielen Spaß macht. Das Interesse ist riesig, Sie sollten Ihren Termin für das Spiel schnell buchen“, berichtete André Winzer. Er hat recht. Das Spiel fesselte die Besucher auch noch spät am Abend.

Wer bei Zukunftsforschung an die sprichwörtliche Glaskugel denkt, der wurde allerdings enttäuscht. Die über 20 Besucher, darunter etliche Studenten des Masterstudiengangs Zukunftsforschung (www.master-zukunftsforschung.de) der Freien Universität, diskutierten mit den Experten auf hohem fachlichen Niveau, wie sich eine systematische Beschäftigung mit der Zukunft für Unternehmen und Verwaltung auszahlt. 

Denn klar ist wer als die Zukunft prägen will, muss sich mit den Zukunftsherausforderungen auseinandersetzen. Dann gibt es auch für Gründer jede Menge Potential die Welt zu verändern. Wir von der Gründermetropole Berlin jedenfalls finden, es lohnt sich bei den Geschäftsideen nicht nur kurzfristig zu denken, sondern zu visionieren und gerade dazu hat der Abend wunderbar beigetragen.  

 

Info:

Die Advanced Foresight Group (www.advanced-foresight.com) ist ein führender Anbieter aus dem Bereich Zukunftsforschung und Foresight. Sie bietet als offenes Netzwerk alle Leistungen in Sachen Zukunft aus einer Hand..