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Nachhaltige Mode im Metaverse: Studierende zeigen, was Menschen und Avatare in Zukunft tragen

Die Zukunft der Mode wird in St. Gallen von Nicolas Montani, einem 21-jährigen Studenten der Universität St. Gallen und seinem Cousin Joey Montani, 26 Jahre alt, gezeigt. Die Modeindustrie trägt erheblich zur Umweltbelastung bei. In Zukunft werden die Menschen nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Avatar einkleiden wollen. Die Cousins Montani zeigen das einzigartige Potenzial von Kleidung in Augmented Reality und liefern ein innovatives Erlebnis, das weit über traditionelle Modeschauen hinausgeht: Eine Show mit echten Kleidern in nachhaltigen Materialen, entworfen von der 23-jährigen Modedesigner Killa Colque.

Die hochwertigen Materialen stammen aus dem Abfall grosser Modehäuser. Das Publikum erlebt die Kleidung auf dem Laufsteg und in Echtzeit auf einem Bildschirm – in erweiterter Realität. Es ist eine der ersten Modenschauen in Europa, die echte, nachhaltige Kleidung mit einer digitalen Aura kombiniert. Die Zukunft der Mode ist digital, nachhaltig und in Naturmaterialen. Das junge Team zeigt erstmals, wie digitale und physische Mode nachhaltig produziert werden können, und dies in frischer Eleganz.

Alles begann mit einer einfachen Prämisse: Nicolas Montani, Student und Full Stack Developer, wurde zur Teilnahme an der UN-Dress Fashion Award Show 2023 in der Schweiz zugelassen. Die Veranstaltung wurde von Kim Aplonia Poldner, Professorin an der Universität Den Haag und Gründerin des Circular Fashion Lab, ins Leben gerufen. Sie bringt Wissenschaftler, Innovatoren und Designer zusammen, um disruptive Technologien in der Modeindustrie zu integrieren. «Un-Dress zeigt, dass Nachhaltigkeit auch schön sein kann und dass es möglich ist, die eigenen Werte als Kleidung zu tragen», sagt Prof. Poldner.

Prototyp wurde am TEDxBielBienne am 25.2.2023 vorgeführt, dies vorerst mit einem simplen T-Shirt. Foto: Joey Montani

Soziale, wirtschaftliche und ökologische Fragen werden in der heutigen Welt immer wichtiger und prägen unsere Zukunft stark. 2700 Liter Wasser werden für die Herstellung eines Baumwollhemdes benötigt. Für eine Jeans werden 7000 Liter Wasser benötigt. Der globale Denim-Handel stösst jährlich 16,0 Mt CO2 und 4.7 Milliarden m3 Wasser aus. «Wenn nur ein kleiner Teil der Konsumenten virtuelle Jeans anstatt echte kaufen, sind die Einsparungen enorm.», sagt Sarah Montani vom Metaverse Lab Weblaw und bezieht sich dabei auf eine aktuelle Studie der EPA.

Textilien sind weiter die Hauptquelle für Mikroplastik in den Ozeanen. Da Nachhaltigkeit in ökologischer und sozialer Hinsicht für Verbraucher und Unternehmen eine immer grössere Rolle spielt und einen tiefgreifenden Wandel erfordert, muss sich auch die Modeindustrie, die in erheblichem Masse zu Umweltschäden beiträgt, ändern.

Augmented Reality führt zu neuen Interaktionen mit den Kunden. In einem Interview mit Forbes erklärte Greg Jones, Director of AR and VR bei Google, dass 61% der Nutzer lieber in Geschäften einkaufen würden, die AR anbieten. Zum Beispiel können Snickers mithilfe von AR anprobiert werden (www.wanna.fashion), oder Brautmode (www.suzanneharward.com). Als eines der ersten Bücher 2016 zum Thema erschien (Crafting Wearables, Blending Technology with Fashion von Deren Guler, Madeline Gannon and Kate Sicchio), war vieles noch im Stadium der Science Fiction.

Inzwischen hat DressX eine virtuelle Kollektion lanciert und eine erste Metaverse Fashion Week durchgeführt. DressX wurde von zwei Ukrainerinnen gegründet, Daria Shapovalova und Natalia Modenova, die auch die Fashion Tech Summit durchführen. Sie gelten als Pionierinnen in diesem Bereich. «Es ist digital, aber es weckt echte Gefühle und Emotionen», sagt Modenova über Augmented Reality in einem Interview für das Magazin L’Officiel. «Digitale Mode ist eine Gelegenheit, Massenmarkt zu machen, ohne Massenmarkt zu sein», sagt Shapovalova.

Arbeiten in erweiterter Realität, Arbeitsplatz von Joey Montani Foto: Joey Montani

«Digitale Kleider werden einmal geschaffen, können aber von einer Vielzahl von Menschen auf verschiedenste Arten getragen werden. Der ökologische Fussabdruck verringert sich dadurch massiv.», sagt Nicolas Montani. Das zentrale Motto seiner Modeschau ist Nachhaltigkeit. «Unsere Kleiderkollektion ist aus reinsten Naturmaterialien in Seide und Wolle, die beim Waschen keinen Mikroplastik produzieren. Wir haben die edlen Stoffe aus deadstocks gekauft, es sind die Stoffe, die grosse Modehäuser wie Chanel, Prada und Gucci wegwerfen, weil sie zu viel davon haben».

Die Kleidungskollektion wurde durch erweiterte Realität zum Leben erweckt. Hierfür wurde «WebAR SDK for face & full-body tracking» von «geenee.ar» verwendet. Eine Technologie, die auf Deep Learning basiert, um einen Körper über die Linse eines Geräts zu verfolgen und ein 3D-Design anzuzeigen, das die Bewegungen des Körpers berücksichtigt.

Nicolas Montani war für die Programmierung zuständig und Joey Montani für die Modellierung der 3D-Designs. Das Resultat sind magische, interaktive Kleidungsstücke, die der physischen Kleidung eine Aura verleihen. Der Prototyp ihrer Arbeiten wurde im Februar 2023 anlässlich der TEDxBielBienne, mitorganisiert von Julian Liniger, Forbes 30u30, erstmal dem Publikum gezeigt: Der Avatar trug zu diesem Zeitpunkt ein einfaches TED T-Shirt, begeisterte aber jung und alt.

Killa Colque an den den letzten Vorbereitungsarbeiten. Foto: Bénédict Arias, UN-Dress

«Die Aura, also das, was die Kleidung umgibt, ist heute genauso wichtig wie das Kleidungsstück», meint Nicolas Montani. «Wir Menschen möchten wissen, welchen ökologischen Fussabdruck ein Kleidungsstück hinterlässt.», sagt Joey Montani.

Nicolas Montani bezeichnet sich als Phygital Business Developer. Was ist «Phygital»? Der Begriff Phygital ist die Zusammensetzung der beiden Begriffe physisch und digital. Er bezeichnet damit die Verschmelzung zweier Welten: des physischen Geschäfts und des digitalen Raumes. Zusammen mit Joey Montani, 26-Jährig, haben sie die Kleidungsstücke mit einer Aura in erweiterter Realität versehen, eine perfekte Verschmelzung von hochwertiger Kleidung mit einem ausgefeilten Design in erweiterter Realität.

Die Aura der Kleidung ist ausschliesslich durch das Smartphone sichtbar, eine magische Hülle aus Licht und geometrischen Anordnungen, die mit der Materie verschmelzen. Die Chancen, dass dieses junge Team den Award gewinnt, stehen gut. «Es wäre für uns, wie den Nobelpreis zu erhalten», sagt das interdisziplinäre Team.

Joey Montani, Gründer Aptiq. Foto: Nicolas Montani

Killa Colque, Fashion Designer, 23 Jahre alt, Abschluss von der EAA, La Chaux-de-Fonds, la plus ancienne école d’arts appliqués de Suisse, Schweiz

Nicolas Montani, Full Stack Developer, 21 Jahre alt, Student Universität St. Gallen, Wanka Project

Joey Montani, Digitalartist, 26 Jahre alt, Gründer Aptiq, Metaverse Adviser Weblaw, Schweiz

UN-Dress: Die Modeschau findet am 29. März an der Olma statt.

Nachhaltige Mode im Metaverse: Studierende zeigen, was Menschen und Avatare in Zukunft tragen

Titelbild: Nicolas Montani, Initiator und Full Stack Developer. Foto: Joey Montani

Quelle:

Akira Naoki und Sarah Montani
Metaverse Evangelista
Editions W.
Weblaw AG
Schwarztorstrasse 22
3008 Bern – Switzerland

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