Die richtige Rechtsform für das eigene Business finden

Die richtige Rechtsform für das eigene Business finden
Gastbeitrag
Die richtige Rechtsform für das eigene Business finden
Entrepreneure, die gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen, stehen zu Beginn vor der zentralen Frage, welche Rechtsform die richtige für sie ist. Die verschiedenen Typen und die eigene Geschäftsidee genau zu kennen, ist essenziell, um die richtigen Rahmenbedingungenen zu schaffen und starten zu können.

 Unternehmensformen

In Deutschland existieren eine Menge verschiedene Rechtsformen und Kombinationen aus mehreren Rechtsformen. Selbst BWL-Absolventen kennen nicht alle Formen und deren Vor- und Nachteile auswendig. Bei der Wahl sind die beteiligten Personen, Haftung, Startkapital, Firmenbezeichnung, Details bei Anmeldung und Steuern oder auch der Bedarf an Investoren zu beachten. Beispiele helfen beim Verständnis. 

Die üblichsten Formen sind:

  • Einzelunternehmen
  • Freiberufler
  • Personengesellschaften
  • Kapitalgesellschaften

Die am meisten verbreitete Form in Deutschland ist die des Einzelunternehmers. Darunter fallen Kleingewerbetreibende, die sich nicht ins Handelsregister eintragen müssen und eingetragene Kaufleute. Einzelunternehmer sind der einzige Betriebsinhaber. Diese Rechtsform eignet sich also für den Einstieg, auch weil kein Mindestkapital aufgebracht werden muss. Dafür haftet der Unternehmer unbeschränkt mit seinem gesamten Vermögen. 

Streng genommen sind Freiberufler auch Einzelunternehmer, für sie gelten aber ein paar Besonderheiten. Freiberufler können nur Personen sein, die einen sogenannten Katalogberuf nach § 18 des EStG ausüben. Darunter fallen Tätigkeiten, die eine besondere berufliche Qualifikation erfordern, selbstständig auszuüben und nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Beispiele sind Ärzte, Heilpraktiker, Anwälte, Journalisten, Architekten und viele weitere. Der große Vorteil liegt darin, dass Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen und kein Mindestkapital aufbringen müssen. Sie haften aber mit ihrem gesamten Vermögen. Schließen sich mehrere Freiberufler zusammen, können sie eine Partnergesellschaft gründen.

 Beispiel: Einzelunternehmen

 Anne ist studierte Ernährungswissenschaftlerin. Schon während des Studiums hat sie durch private Ernährungsberatungen etwas Geld dazu verdient. Nun möchte sie sich mit einem neuartigen Kurskonzept, das ihre drei Leidenschaften Kochen, Ernährung und Fitness vereint, selbstständig machen. Da sie erst mal den Markt testen möchte, ist die Gründung eines Einzelunternehmens die einfachste und günstigste Lösung.

Anne geht außerdem davon aus, dass sie im ersten Jahr einen Umsatz von höchstens 16.000 Euro erzielen wird – das wäre der Fall, wenn sie im Monat durchschnittlich zwei bis vier Workshops zum Thema gesunde Ernährung verkaufen kann. Aufgrund des geringen Umsatzes, kann Anne die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG in Anspruch nehmen.

Personengesellschaften hingegen entstehen, wenn sich mindestens zwei Personen geschäftlich zusammenschließen. Mögliche Formen sind z. B. die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR), die Kommanditgesellschaft (KG) und die offene Handelsgesellschaft (OHG). Näher eingehen will ich auf die GbR, da sie sich auch gut für Gründer eignet, die keine großen Haftungsrisiken erwarten und kein Mindestkapital einbringen und einen breiten Spielraum haben möchten. Hierbei haften die Gründer als Gesellschafter mit ihrem gesamten Vermögen. Die Gründung ist relativ einfach möglich, da die Formalitäten gering sind. Der Gesellschaftsvertrag z.B. ist formfrei und kann theoretisch auch mündlich geschlossen werden. Es schriftlich festzuhalten ist aber sehr ratsam.

 
Beispiel: GbR

Die Brüder Jan und Philipp sind Orthopäden. Zusammen gründen sie mit der Physiotherapeutin Birgit und einigen anderen Ärzten das Orthopädie-Zentrum Rosental GbR, in dem sie diverse Leistungen für Menschen mit chronischen Beschwerden und Schmerzen anbieten. Dazu gehören neben Orthopädie auch Physiotherapie auch andere Behandlungen wie Lymphdrainage, Massage und Wärmetherapie.

 

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist für die Gruppe von Freiberuflern eine günstige Gesellschaftsform, da es lediglich einer Gewerbeanmeldung bedarf, kein Startkapital verlangt wird und der bürokratische Aufwand gering ist.

Wie gründe ich ein eigenes Business?

Die Gründung einer Kapitalgesellschaft ist immer mit dem Einsatz eines Mindestkapitals verbunden, das unterschiedlich hoch ausfallen kann. Außerdem sind die Formalitäten etwas umfangreicher als bei Personengesellschaften, dafür müssen die Gesellschafter aber nicht mit ihrem persönlichen Vermögen haften. Kapitalgesellschaften sind z. B. die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder die Unternehmergesellschaft (UG), die Aktiengesellschaft (AG oder nach EU-Recht SE). 

 

Für Gründer eignen sich die UG und die GmbH. Wer sich für die GmbH entscheidet, muss schon bei der Gründung 25.000 Euro als Stammkapital einbringen. Die UG wird auch als Mini-GmbH bezeichnet, da nur ein Euro als Kapital eingebracht werden muss, die Haftung aber trotzdem beschränkt werden kann. Sie ist aber verpflichtet, jedes Jahr mit 25 Prozent des Gewinns Rücklagen zu bilden, bis man sie mit 25.000 Euro Kapital zu einer GmbH umwandeln kann. 

 

Beispiel: GmbH

Niko, Paul und Christin sind die Gründer eines Start-ups, das sich auf die Herstellung von veganen Snackriegeln spezialisiert hat. Die Idee kam den drei vielreisenden BWLern auf ihren vielen Geschäftsreisen: an Flughäfen und im Flieger sind praktische und gesunde Snacks oft Mangelware.

 

Um das benötigte Startkapital von 25.000 Euro zusammen zu bekommen, greift das Trio auf persönliche Ersparnisse zurück. Weitere 10.000 Euro investiert der Vater von Niko, der von dem Konzept überzeugt ist und bereits die Produktentwicklung mitfinanziert hat. Die höheren Gründungsformalitäten und Kosten nehmen die Gründer gerne in Kauf: Sie wollen von den Kunden als „richtiges Unternehmen“ ernst genommen werden.  

 

Beispiel: UG

Nele und Svenja sind auf Grafik- und Webdesign spezialisiert. Auf ihrer gemeinsamen Website bieten sie unter anderem Templates für Blogs und andere Designs zum Verkauf an. Ein weiteres Standbein bilden Online-Kurse, in denen Designgrundlagen vermittelt werden. Da der monatliche Umsatz noch recht geringfügig ist und die beiden nur 5.000 Euro angespartes Eigenkapital zur Verfügung haben, entscheiden sich Nele und Svenja aufgrund der niedrigen Gründungskosten für die Gründung einer UG.

 

Das Ziel von Nele und Svenja ist die spätere Umwandlung der UG in eine GmbH, und zwar sobald das benötigte Kapital von 25.000 Euro erreicht ist und dem Wachstum des Unternehmens zu einer richtigen Design-Plattform nichts mehr im Wege steht.

 

Holvi wird von Antti-Jussi Suominen als CEO geführt. Zu seinen vorherigen Stationen zählen unter anderem Nokia, Sonera und Elisa, wo er jeweils für das Wachstum der Unternehmen mitverantwortlich war. Durch seine langjährige Erfahrung im Firmen- und Start-Up-Umfeld kann er sich einem großen Erfahrungsschatz im Bezug auf Aufbau und Führung von neuen Geschäftsmodellen und Innovationen von online und mobile Services bedienen. Diese Diversität an Erfahrungen spielt eine entscheidende Rolle, Holvi von einem schnellwachsendem Fintech Unternehmen zu einem noch kundenzentrierteren Online-Service weiterzuentwickeln. Über den Autor: Antti-Jussi Suominen - CEO

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