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Interview mit 2P

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Die 2P GbR (http://2p-med.de) erstellt eine webbasierte Terminplanungssoftware für Arztpraxen, die den Patienten unnötige Wartezeiten erspart. Die 3 Gründer sind Anna Anderssohn, Frank Scrock und Claus Ernst. Sie sind derzeit im Gründerzentrum der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin angesiedelt.

1. Wie entstand die Idee zu eurem Startup?

Im Wartezimmer. Wir haben uns oft darüber geärgert, dass wir trotz Termin ewig warten müssen.

2. Auf welche pain wurde hier reagiert?

Aufs Warten. Ich glaube, dass es sehr vielen Menschen so geht. Wenn man das mal hochrechnet, wie viel Zeit man im Wartezimmer sitzt, weiß jeder, dass hier ein Schmerz existiert, den man loswerden möchte.

3. Wodurch macht euer Startup die Welt ein bisschen besser?

Die Menschen können ihre sowieso schon wenige Zeit besser nutzen. Gerade heutzutage, wo Zeit ein kostbares Gut geworden ist, hat niemand mehr Lust, seine Freizeit in überfüllten Wartezimmern zu verbringen.

4. Wie entwickelte sich der relevante Markt, als ihr gerade gründetet?

Der Arztsoftwaremarkt ist ein geschlossener Markt, auf dem nur ein paar Platzhirsche vertreten sind. Die Eintrittsbarrieren sind hoch. Wir versuchen, ein Teil des Kuchens der Terminplanungssoftware für uns zu gewinnen. Web-basierte Anwendungen sind Mangelware, da Innovation durch eine starke Lobby und alte Platzhirsche kaum vorhanden ist.

5. Wie groß war/ist euer Gründungsteam und wer war euer erster Angestellter?

Wir waren von Anfang an zu Dritt und sind es immer noch.

6. Wer investierte als erster Externer Geld in euer Startup?

Familie und Freunde.

7. Wie viele Gesellschafter sind es heute?

Wir sind immer noch zu Dritt.

8. Wie habt ihr euer Startup bekannt gemacht?

Ärzteweiterempfehlungen, B2B-Werbekommunikation & Medizinmessen.

9. Wo soll euer Startup in 5 Jahren stehen?

Natürlich wünschen wir uns, dass wir damit eine Nische füllen und eine tragende Rolle in diesem Bereich spielen. Es kann auch gut passieren, dass durch die Zusammenarbeit mit den Praxen noch andere Probleme auftauchen, die wir jetzt noch gar nicht erahnen können. Wir sind da sehr offen. Der erste Weg ist immer, auf ein Problem zu reagieren und nicht eine Lösung anzubieten, wo es vielleicht gar kein Problem gibt. Wir sind gespannt, was noch alles auf uns zukommt.

10. Welche Fehler sollte man als junges Startup vermeiden?

Sich zu wichtig nehmen. Mehr Wind zu machen, als angemessen ist. Einen Hype veranstalten. Ich glaube, dass die am meisten Erfolg haben, die mit Ruhe und Sorgfalt innovative neue Produkte oder Dienstleistungen anbieten und nicht die, die am lautesten schreien. Man sollte anpassungsfähig und kritikfähig sein. Wir hatten am Anfang noch eine ganz andere Idee. Wir sind in der Arbeit dann dahin gekommen, dass nicht wir das Sagen haben, sondern der Markt. Man muss genau hingucken, welches Angebot und welche Nachfrage es gibt. Ich glaube, die meisten Leute sind so verliebt in ihr Produkt oder in ihre Dienstleistung, dass sie das große Ganze vergessen. Wir reagieren auf Probleme und nicht umgekehrt. Man muss sich den Schmerz angucken, der bei anderen ausgelöst wird. Und ich glaube, wir haben mit dem Zeitfaktor einen Schmerzpunkt gefunden, der gerade in der heutigen Zeit den Menschen immer wichtiger wird.

11. Ab welcher Unternehmensbewertung stimmt ihr einem Exit zu?

Wir möchten ein profitables und erfolgreiches Unternehmen aufbauen, das auf dem internationalen Markt Produkte höchster Qualität erstellt, besten Service anbietet und stetige Innovation vorantreibt. Wir sind der Meinung, dass Exit-Strategien und das Durchspielen eines Exits den Fokus falsch setzen. Unser Fokus ist der Kunde, dem unser Produkt den Alltag erleichtern soll. Unser Ziel ist ein umsatzstarkes Unternehmen.

Vielen Dank für die Einblicke!
Das Interview führte Thomas Andersen.

Exklusiver Vorabdruck aus dem Themenheft „Gründermetropole Berlin“ der Berliner Wirtschaftsgespräche e.V., das im September 2015 erscheint.

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