Tech Startup seedtrace launcht digitale Plattform, um Lieferketten-Transparenz zur Norm zu machen

Das von den Geschäftsführerinnen Katharina Elisa Davids und Ana Selina Haberbosch geführte Berliner Startup hat es sich zum Ziel gesetzt, Transparenz entlang der Lieferkette zur Norm zu machen, indem über eine digitale Plattform die soziale und ökologische Wirkung von Produkten sichtbar und beweisbar gemacht wird. Die Plattform des Software-as-a-Service (SaaS) Startups bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte vom Ursprung bis ins Supermarktregal abzubilden.  

In der kürzlich abgeschlossenen Finanzierungsrunde investierte Futury VC als Hauptinvestor gemeinsam mit Angel-Investor Antoine Welter, SaaS Sales Experte Julius Göllner und 6 weiteren Investierenden, unter denen auch Blockchain Experten und Branchenkenner:innen vertreten sind. Die Geldmittel werden zur Erweiterung des seedtrace Ökosystems und zur projektbasierten Lieferketten-Rückverfolgung mithilfe von Blockchain-Technologie eingesetzt. 

“Sozio-ökonomische Faktoren haben immer größeren Einfluss auf das Kaufverhalten von Endkonsument:innen in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Bekleidungsindustrie. Die seedtrace Plattform legt dem/der Nutzer:in die gesamte Wertschöpfungskette offen und bietet volle Transparenz im Bezug auf Nachhaltigkeitsstandards für jedes einzelne Produkt.” sagt Shahin Dashti, Investment Manager bei Futury VC.

Eine digitale Plattform, die Lieferketten-Transparenz verständlich, zugänglich und beweisbar macht

Mit dem Ziel faire und direkte Absatzmöglichkeiten zu schaffen, habe ich eng mit Farmen verschiedener Länder Afrikas zusammengearbeitet. Dort ist mir schnell klar geworden, wie komplex und gleichzeitig einzigartig die Wertschöpfungskette eines jeden Produktes ist. Vom Wildanbau bis hin zu Anbauprogrammen und Kooperativen in großem Maßstab leisten diese Farmerinnen und Farmer unglaubliche Arbeit bei der Förderung von Gemeinschaften und der Herstellung von Qualitätsprodukten. Obwohl wir uns als Verbraucher:innen zunehmend Gedanken machen, wissen wir meist wenig bis gar nichts über die sozialen und ökologischen Auswirkungen unserer Kaufentscheidungen.” erklärt Geschäftsführerin Katharina Elisa Davids. 

 Über die Plattform können Unternehmen Behauptungen bezüglich der sozialen und ökologischen Wirkung auf Unternehmens- oder Produktebene aufstellen. Diese Behauptungen entsprechen Wirkungsfaktoren wie “Faire Bezahlung”, “100% recycelbares Verpackungsmaterial”, oder “CO2-neutral”, welche dann entweder durch ein globales Netzwerk aus Zertifizierenden und anderen unabhängigen Organisationen oder durch auf der Blockchain dokumentierte Prozesse und Finanztransaktionen bestätigt werden können. Außerdem können Unternehmen ihre soziale und ökologische Wirkung analysieren, zurückverfolgen und direkt nach Außen kommunizieren. Dies geschieht durch QR codes auf der Verpackung, über die seedtrace Webshop Integration und Social Media. Des Weiteren kann die Plattform produktspezifisches Feedback sammeln und liefert Einblicke in Zielgruppen-Charakteristika.

Nachhaltigkeitskriterien dominieren zunehmend die Nachfrage 

Eine kürzlich erschienene KPMG Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 72% der deutschen Verbraucher:innen heute mehr nachhaltige Produkte kaufen, als noch vor wenigen Jahren. 69% sind bereit, bis zu 10% mehr für nachhaltige Produkte auszugeben. Allerdings sind sich 55% der Verbraucher:innen unsicher, welche Produkte die nachhaltigsten Optionen darstellen. Zugleich wächst der Druck auf Unternehmen durch schlechte Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern, Kinderarbeit, Ausbeutung, Niedriglöhne und Umweltverschmutzung, welche auch Auslöser immer wieder aufflammender Diskussionen rund um das Lieferkettengesetz sind.

“Um die Brücke zwischen Produktursprung und Verbraucher:innen zu schlagen, muss Lieferketten-Transparenz selbst zu einem klaren Verkaufsargument werden. Gelingt es einem Unternehmen Vertrauen und eine emotionale Bindung auf Produktebene aufzubauen, wird die Kundenbindung gestärkt und die Zahlungsbereitschaft gesteigert. Bei seedtrace glauben wir an eine Zukunft in der alle Akteure entlang der Kette zusammenarbeiten und zusammen skalieren.” sagt seedtrace Geschäftsführerin Ana Selina Haberbosch

Nachweis der Wirkung vom Saatgut bis zum Supermarktregal mit Blockchain-Technologie 

Um die Verifizierung von gerechter Bezahlung in die Tat umzusetzen, schließt seedtrace eine langfristige Partnerschaft mit Koa, einem internationalen Produzenten von Kakaofruchtsaft. Koa und seedtrace weisen die gerechte Bezahlung an Kleinbauern und -bäuerinnen in Ghana nach. Letztere leben zum Großteil in  abgelegenen Regionen ohne Internet und Elektrizität. Jede Transaktion wird durch ein 3-stufiges Verfahren verifiziert und unwiderruflich auf der Blockchain hinterlegt. Auf diese Weise wird der Nachweis für beide Seiten sichtbar: für weitere Akteure entlang der Wertschöpfungskette und Verbraucher:innen. 

Die seedtrace GmbH wurde im Juni 2020 in Berlin von Katharina Elisa Davids, Ana Selina Haberbosch, Jonathan Mandt und Florian Fischer gegründet. Mehr Informationen zum Unternehmen finden Sie unter seedtrace.org.

www.seedtrace.org
www.linkedin.com/company/seedtrace  

 

*Consumers in the food industry in Germany. Sources: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft/IFH Köln GmbH, 2020/Allied Market Research 2020; 

**Institute for the Future 2020 McKinsey & Company 2020/Statista
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https://www.stern.nyu.edu/sites/default/files/assets/documents/NYU%20Stern%20CSB%20Sustainable%20Share%20Index%E2%84%A2%202019.pdf

****https://www.thelightdigital.com/consumers-want-transparency-heres-how-to-give-it-to-them/